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Kodak
Retina I a (Type 015)
Januar
bis Mai
1951

Die
erste mit funktionierendem Schnellschalthebel

(...und
meine erster gescheiter Fotoapparat - von ihr stammt meine Liebe zu den Kleinbild
Faltbalgenkameras)

Die neue Retina Ia gab es
sowohl mit dem 3,5er als auch mit dem lichtstärkeren 2,8er Retina Xenar Objektiv
Mit diesem Modell führte
Kodak - von einem Experiment an der Retina II Typ 122 von 1936 mal abgesehen
- den Schnellschalthebel ein. Noch saß er auf der Oberseite, wie bei
den meisten Kameras auch, später jedoch wanderte er auf den Kameraboden, was
ich persönlich sehr unhandlich finde. Die Retina 015 war meine
erste Kleinbildkamera, ein abgelegtes Stück meines Vaters. Bevor sie mir bei
einem Straßenraub in Bukarest ziemlich brutal entwendet wurde, habe ich durch
das gute Stück richtig flott fotografieren gelernt. Später hatte ich zwischenzeitlich
die Kamera meines Schwagers in Gebrauch, eine Retina I - Typ 010, das erste
Nachkriegsmodell. Die besaß zwar keinen Schnellspannhebel, war aber ebenfalls
als Überall - Dabei - Kamera gut zu gebrauchen. Obgleich andere Modelle in
weit größeren Stückzahlen produziert worden sind, liegt die gefühlte Menge
der Retina Ia bei mindestens einer Million. Auf Auktionen, Flohmärkten und
bei ebay: ständig und überall sind diese Modelle präsent. Nur die frühen Typen
mit dem Compur Rapid Verschluss sind selten.

Die beiden Retinas stellen sich vor
Die Retina gehört zum Typus der Springspreizen-Kameras mit verschließbarem
Laufhodendeckel und fest eingebauter Optik. Diese Form hat sich bewährt und
fand viele Anhänger. Verschließbarkeit gewährt Schutz, Sicherheit, Vertrauen.
Man soll sich angewöhnen, die Retina in Aufnahmepausen zu schließen.
Die fest eingebaute Optik weist der Retina eine Grenze zu, allerdings eine
sehr, sehr weite. Die 5-cm-Brennweite ist die universellste, umfassendste
Brennweite, mit der wir das Hauptgebiet einer Kleinbildkamera — die Nahbildaufnahme
— beherrschen und eine längere Brennweite gut entbehren können. Dafür hat
sich die Retina mehr und mehr zu einem Instrument für Nah- und Lupen- Auf
nahmen bis 11 cm Abstand entwickelt und erschließt damit die Wunderwelt der
kleinen Dinge, in der es viel Interessanteres zu entdecken gibt als in der
Ferne.
Die beiden Retina-Modelle I a und II a sind ein Geschwisterpaar, das viel
Gemeinsames und nur wenig Unterschiede hat.
Gemeinsam ist Ihnen:
* zunächst die Bauart, das markante Retina-Gesicht, die Präzision, die Bedienungselemente
und im Einzelnen
* die Kupplung von Filmtransport, und Verschlußaufzug, bewirkt durch den Schnellaufzugshebel,
als ganz neues Merkmal, der Vereinfachung der Bedienung und erhöhte Schußbereitschaft
mit sieh bringt;
* der Antireflex-Hartbelag, der die Brillanz der Bilder verbessert, die Lichtdurchlässigkeit
der Optik erhöht und Reflexe vermeidet;
* die ausgezeichnete Farbkorrektur aller Retina-Objektive als wichtige Voraussetzung
für Farbaufnahmen;
* der bewährte Compur Rapid-Verschluß mit eingebautem und synchronisiertem
Blitzlicht-kontakt, der als jüngster technischer Fortschritt das Gebiet der
Vacublitz- und Elektronen-blitz-Fotografie sehr erweitert und erleichtert;
die übersichtlichen Einstellskalen, deren konzentrierte Anordnung der Schußbereitschaft
zugute kommt:
* die kombinierte Entfernungs- und Tiefenschärfen-Ablesung;
* das Zählwerk, im Schnellaufzug eingebaut und von 36 an die unbelichteten
* Aufnahmen zählend;
* der Filmanzeiger als nützliche Gedächtnisstütze;
* die Einstellmarkierung für Infrarotmaterial;
* die Buchse für den Drahtauslöser, neuerdings im Auslöser angeordnet;
* die Entkuppelung der Verschlußspannung, so daß auch ohne Auslösung
* transportiert werden kann;
* die Entkuppelung des Filmtransportes, so daß beabsichtigte Doppelbelichtungen
möglich werden;
* der Aufsteckschuh für Zubehör.
Und das sind die Unterschiede:
* Die Retina II a ist mit dem Retina-Xenon oder Retina-Heligon l : 2/50 mm
die lichtstärkere Kamera. Der kombinierte und gekuppelte Sucher-Entfernungsmesser
erweitert ihre Schußbereitschaft und Leistung.
* Die Retina I a hat in dem Retina-Xenar l : 3,5/50 mm eine ausgezeichnete
und in der Ausstattung mit dem Xenar l : 2,8/50 mm eine noch lichtstärkere
Optik. Auf den Entfernungsmesser wurde zwar verzichtet, doch werden wir noch
sehen, daß man auch ohne dieses Hilfsmittel rasch und gut arbeiten kann.
aus: Retina-Tips
- Dr. Ralph Weizäcker - Seebruck 1951
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Zum Nachfolgemodell

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Nach nur einem halben Jahr
und etwa 10.000 gebauten Kameras stellte Kodak ein verbessertes Modell
vor. Die neue Retina wurde nu mit dem Synchro Compur Verschluss und einem
flacheren Rückspulrad, in das die Filmmerkscheibe integriert war, ausgestattet.
Außerdem wurden die Auflageflächen an der Kameraunterseite deutlich vergrößert,
was der Kamera mehr Standfestigkeit verschaffte. Zum Vergleich: die neue
Ausführung jeweils oben. |
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Die
Retina Ia (Type 015) wurde insgesamt über 137.00 mal hergestellt, ca.
10.000 Stück mit Compur Rapid Verschluss, der Rest mit dem Synchro Compur
Verschluss. Es
gab sie in verschiedenen Ausstattungen mit Preisen zwischen 178.- und
228.- DM
Objektive
Retina Type 015 - Januar bis Mai 1951 - Verschluss Compur Rapid
1. Schneider
Retina-Xenar f:3,5/50mm
2. Rodenstock
Retina-Heligon f:3,5/50mm
3. Kodak
Ektar f:3,5/50mm
4. Schneider
Retina-Xenar f:2,8/50mm
Objektive
Type 015 - Juni 1951 bis Ende 1954 - Verschluss Synchro Compur
1. Schneider
Retina-Xenar f:3,5/50mm (oben)
2. Kodak
Ektar f:3,5/50mm
3. Schneider
Retina-Xenar f:2,8/50mm (links)
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